Lösliche Ballaststoffe sind die Ballaststoffe, die sich in Wasser lösen und dabei ein Gel bilden. Sie stecken in Hafer, Äpfeln, Hülsenfrüchten und Flohsamenschalen und unterscheiden sich damit deutlich von den unlöslichen Ballaststoffen aus Vollkorn und Kleie.
In diesem Beitrag erfährst Du, was lösliche Ballaststoffe genau sind, welche Lebensmittel besonders viele enthalten, welche Arten es gibt und wie Du sie einfach in Deinen Alltag einbaust.
Highlights
- Lösliche Ballaststoffe lösen sich in Wasser und bilden eine gelartige Masse.
- Gute Quellen sind Hafer, Gerste, Äpfel, Zitrusfrüchte, Hülsenfrüchte und Flohsamenschalen.
- Zu den wichtigsten Arten zählen Beta-Glucane, Pektin, Inulin und Glucomannan.
- Die DGE empfiehlt Erwachsenen rund 30 g Ballaststoffe pro Tag, eine getrennte Empfehlung für lösliche Ballaststoffe gibt es nicht.
Was sind lösliche Ballaststoffe?
Lösliche Ballaststoffe sind pflanzliche Faserstoffe, die sich in Wasser lösen und dabei eine gelartige, zähflüssige Masse bilden. Sie kommen vor allem in Hafer, Gerste, Hülsenfrüchten, Obst wie Äpfeln und Zitrusfrüchten sowie in Flohsamenschalen vor. Der Körper kann sie im Dünndarm nicht aufspalten.
Im Dickdarm werden viele lösliche Ballaststoffe von den dort lebenden Bakterien abgebaut, man spricht von Fermentation. Darin unterscheiden sie sich von den meisten unlöslichen Ballaststoffen, die den Darm weitgehend unverändert passieren.
Lösliche und unlösliche Ballaststoffe: der Unterschied
Ballaststoffe werden nach ihrem Verhalten in Wasser in zwei Gruppen eingeteilt. Die meisten Lebensmittel enthalten beide, nur in unterschiedlichem Verhältnis.
Lösliche Ballaststoffe
- lösen sich in Wasser und bilden ein Gel
- werden im Dickdarm überwiegend fermentiert
- Beispiele: Beta-Glucane, Pektin, Inulin, Glucomannan, Akazienfaser
- Vorkommen: Hafer, Gerste, Obst, Hülsenfrüchte, Flohsamenschalen
Unlösliche Ballaststoffe
- lösen sich nicht in Wasser, binden es aber und quellen auf
- werden im Dickdarm kaum fermentiert
- Beispiele: Cellulose, Lignin, Teile der Hemicellulose
- Vorkommen: Weizenkleie, Vollkornprodukte, Nüsse, Gemüse- und Obstschalen
Eine gezielte Aufteilung brauchst Du im Alltag nicht. Wer abwechslungsreich isst, nimmt automatisch beide Arten auf.
Lebensmittel mit löslichen Ballaststoffen
Diese Lebensmittel sind gute Quellen für lösliche Ballaststoffe. Dahinter steht jeweils die Art, die dort überwiegend vorkommt:
- Haferflocken und Haferkleie: Beta-Glucane
- Gerste: Beta-Glucane
- Äpfel und Quitten: Pektin
- Zitrusfrüchte: Pektin, vor allem in der weißen Haut unter der Schale
- Johannisbeeren: Pektin
- Karotten: Pektin
- Bohnen, Linsen und Kichererbsen: Mischung aus löslichen und unlöslichen Ballaststoffen
- Flohsamenschalen: überwiegend lösliche, stark quellende Schleimstoffe
- Leinsamen: Schleimstoffe
- Chicorée-Wurzel, Topinambur und Schwarzwurzel: Inulin
- Zwiebeln, Knoblauch und Lauch: Inulin
- Konjakwurzel: Glucomannan
Den höchsten Gesamtgehalt an Ballaststoffen unter den Alltagslebensmitteln haben Haferflocken mit rund 10,6 g pro 100 g. Eine Übersicht über den Ballaststoffgehalt weiterer Lebensmittel findest Du im Beitrag Ballaststoffreiche Lebensmittel im Überblick.
Lösliche Ballaststoffe: Liste der wichtigsten Arten
Hinter dem Begriff stehen verschiedene Stoffe mit unterschiedlicher Herkunft. Die wichtigsten im Überblick:
- Beta-Glucane: aus Hafer und Gerste
- Pektin: aus Äpfeln, Zitrusfrüchten und Beeren, auch als Geliermittel für Marmelade bekannt
- Inulin: aus Chicorée-Wurzel, Topinambur und Zwiebelgewächsen
- Glucomannan: aus der Konjakwurzel, besonders stark quellend
- Schleimstoffe: aus Flohsamenschalen und Leinsamen
- Guarkernmehl: aus der Guarbohne, als Verdickungsmittel bekannt
- Akazienfaser: aus dem Harz der Akazie, auch Gummi arabicum genannt
- Lösliche Maisfaser: aus Maisstärke gewonnen, in Zutatenlisten teils als resistentes Maltodextrin geführt
- Lösliche Tapiokafaser: aus der Maniokwurzel gewonnen
Für einige dieser Stoffe, etwa Beta-Glucane, Pektine, Glucomannan und Guarkernmehl, hat die EU gesundheitsbezogene Angaben zugelassen. Diese gelten allerdings nur für den jeweiligen Stoff und erst ab festgelegten Tagesmengen, nicht für lösliche Ballaststoffe allgemein.
Wie viele Ballaststoffe brauchst Du am Tag?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen rund 30 g Ballaststoffe pro Tag. Eine getrennte Empfehlung für lösliche und unlösliche Ballaststoffe gibt es nicht. Entscheidend ist die Gesamtmenge aus möglichst unterschiedlichen Quellen.
Laut Nationaler Verzehrsstudie II erreichen 75 % der Frauen und 68 % der Männer diese Empfehlung nicht. Wer bisher wenig Ballaststoffe isst, sollte die Menge langsam steigern, damit sich der Körper gewöhnen kann. Eine plötzliche Erhöhung kann zu Blähungen führen.
So baust Du lösliche Ballaststoffe in Deinen Alltag ein
- Starte mit Hafer: Haferflocken oder Overnight Oats zum Frühstück sind eine der einfachsten Quellen für Beta-Glucane.
- Iss Obst mit Schale: Bei Äpfeln und Birnen steckt ein großer Teil des Pektins in und direkt unter der Schale.
- Plane Hülsenfrüchte ein: Linsen, Bohnen oder Kichererbsen zwei- bis dreimal pro Woche liefern lösliche und unlösliche Ballaststoffe.
- Nutze Flohsamenschalen oder Leinsamen: Ein Teelöffel im Joghurt oder Müsli genügt für den Anfang. Weil sie stark quellen, immer mit ausreichend Flüssigkeit verzehren.
- Trink genug: Lösliche Ballaststoffe binden Wasser. Achte deshalb über den Tag auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
Lösliche Ballaststoffe zum Trinken
Lösliche Ballaststoffe eignen sich besonders für Getränke, weil sie sich vollständig auflösen. Unlösliche Ballaststoffe würden sich dagegen absetzen und die Konsistenz körnig machen.
Genau darauf setzt unser Ballaststoff-Getränk Daily Balance: Jede 250-ml-Flasche enthält 7,5 g Ballaststoffe aus drei löslichen Quellen, nämlich löslicher Maisfaser, Akazienfaser und löslicher Tapiokafaser. Der Drink basiert auf Fruchtsaft, wird kaltgepresst¹ und kommt ohne Süßungsmittel aus. Es gibt ihn in den Sorten Wassermelone, Orange-Maracuja und Red Berry.
Ein Ballaststoffdrink ergänzt eine abwechslungsreiche Ernährung, ersetzt aber keine ballaststoffreichen Mahlzeiten.
Häufige Fragen zu löslichen Ballaststoffen
Was sind lösliche Ballaststoffe?
Lösliche Ballaststoffe sind pflanzliche Faserstoffe, die sich in Wasser lösen und dabei eine gelartige Masse bilden. Sie stecken vor allem in Hafer, Gerste, Obst, Hülsenfrüchten und Flohsamenschalen.
Welche Lebensmittel enthalten lösliche Ballaststoffe?
Gute Quellen sind Haferflocken und Gerste mit Beta-Glucanen, Äpfel, Zitrusfrüchte und Karotten mit Pektin, Chicorée, Topinambur und Zwiebelgewächse mit Inulin sowie Hülsenfrüchte, Flohsamenschalen und Leinsamen.
Was ist der Unterschied zwischen löslichen und unlöslichen Ballaststoffen?
Lösliche Ballaststoffe lösen sich in Wasser, bilden ein Gel und werden im Dickdarm überwiegend fermentiert. Unlösliche Ballaststoffe lösen sich nicht, binden aber Wasser und quellen auf. Sie werden kaum fermentiert.
Sind Flohsamenschalen lösliche Ballaststoffe?
Ja, Flohsamenschalen bestehen überwiegend aus löslichen, stark quellenden Schleimstoffen. Sie sollten immer mit ausreichend Flüssigkeit verzehrt werden.
Wie viele Ballaststoffe sollte man am Tag essen?
Die DGE empfiehlt Erwachsenen rund 30 g Ballaststoffe pro Tag. Eine getrennte Empfehlung für lösliche Ballaststoffe gibt es nicht.
Kann man lösliche Ballaststoffe trinken?
Ja. Weil sie sich vollständig in Flüssigkeit auflösen, werden sie in Ballaststoffdrinks verwendet. Daily Balance von LiveFresh enthält zum Beispiel 7,5 g lösliche Ballaststoffe pro 250-ml-Flasche.
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Ernährungsexpertin
Von der promovierten Ernährungsexpertin Dr. Ulrike Fischer auf wissenschaftlicher Basis entwickelt.
Lösliche Ballaststoffe sind die Ballaststoffe, die sich in Wasser lösen und dabei ein Gel bilden. Sie stecken in Hafer, Äpfeln, Hülsenfrüchten und Flohsamenschalen und unterscheiden sich damit deutlich von den unlöslichen Ballaststoffen aus Vollkorn und Kleie.
In diesem Beitrag erfährst Du, was lösliche Ballaststoffe genau sind, welche Lebensmittel besonders viele enthalten, welche Arten es gibt und wie Du sie einfach in Deinen Alltag einbaust.
Highlights
- Lösliche Ballaststoffe lösen sich in Wasser und bilden eine gelartige Masse.
- Gute Quellen sind Hafer, Gerste, Äpfel, Zitrusfrüchte, Hülsenfrüchte und Flohsamenschalen.
- Zu den wichtigsten Arten zählen Beta-Glucane, Pektin, Inulin und Glucomannan.
- Die DGE empfiehlt Erwachsenen rund 30 g Ballaststoffe pro Tag, eine getrennte Empfehlung für lösliche Ballaststoffe gibt es nicht.
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